Gemeindevertretung trifft aus Sicht der SPD die falsche Entscheidung

Über die Zukunft des Gustav-Schoeltzke-Hauses: Die Gemeindevertretung trifft aus Sicht der SPD die falsche Entscheidung

In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung vom 22.06.2026 stand auch die Zukunft des Gustav-Schoeltzke-Hauses auf der Tagesordnung. Im Kern geht es um die Frage, auf welche Weise der Erhalt bzw. der Bestand des über 100 Jahre alten Gebäudes, zu welchem viele Bürgerinnen und Bürger in Altheim eine emotionale Bindung aufgebaut haben, gesichert werden kann. Die möglichen Alternativen liegen entweder in einer Sanierung durch die Gemeinde oder die Veräußerung an einen Interessenten, der das Gebäude mit eigenen Mitteln sanieren und dem Ortsteil zur Nutzung erhalten möchte.

Alle Fraktionen waren sich in der Sitzung im Grunde einig, dass das Gebäude im Bestand bewahrt bleiben müsse. Die Fraktionen waren sich auch in der Erkenntnis einig, dass der Sanierungsaufwand die Gemeinde finanziell und organisatorisch vor eine sehr große Herausforderung stellen würde. Es bestand ferner kein Dissens darüber, dass die Kosten für eine Sanierungsmaßnahme aktuell nicht bestimmt werden können, da der innere bauliche Zustand des Gebäudes bislang nicht ausreichend erkundet wurde. Das betrifft insbesondere auch die Statik des Hauses, getragen von Stahlträgern in Wänden im Untergeschoss mit ganz erheblichen Feuchtigkeitsschäden. Dies haben alle Fraktionen mit unterschiedlichen Nuancen in der Sitzung erkannt und mehr oder weniger deutlich so benannt.

Es wurde jedoch die falsche Konsequenz daraus gezogen. Die Beschlussvorlage zum weiteren Vorgehen betreffend das Gustav-Schoeltzke-Haus in Altheim war und ist aus Sicht der SPD nicht entscheidungsreif, sie kann es gar nicht sein, wenn aktuell noch nicht feststeht, mit welchem Sanierungsaufwand und mit welchen Kosten zu rechnen ist und wenn vor allem heute niemand weiß, woher die entsprechenden Mittel für die Maßnahme kommen sollen. Aus dem klammen Gemeindehaushalt ? Welche anderen bereits geplanten Investitionen sollen dann zurückgestellt werden ?

Dazu gibt es heute keine einzige Antwort. Und dennoch entschied sich eine Mehrheit in der Gemeindevertretung, vor allem getragen durch CDU und klar!, schon jetzt für eine Sanierung. Besonders bemerkenswert ist der zugehörige Antrag der CDU, welche eine zwingend jetzt zu treffende Entscheidung forciert – nur um dann später in den Ausschüssen HFA und BPU beraten zu lassen, ob die Kosten dann wirklich gestemmt werden sollen und können. Das muss man nicht verstehen. Es wird aber deutlich, dass man nicht die richtige Reihenfolge einhält.

Ganz generell können die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass eine Gemeindevertretung erst dann entscheidet, wenn alle wesentlichen und entscheidungserheblichen Umstände und Einzelheiten ermittelt sind und diese Fakten sodann im Rahmen einer umfassenden Gegenüberstellung sowie unter Berücksichtigung aller Interessen bewertet werden. Auf diese Weise entsteht eine sorgfältig abgewogene Entscheidung.

Wenn jedoch im Vordergrund steht, dass jetzt halt mal eine Entscheidung her muss, dann ist dies das genaue Gegenteil von einer vernünftigen Sachentscheidung.

Die SPD hat in der Sitzung beantragt, dass durch die Verwaltung zunächst alle wesentlichen und entscheidungserheblichen Umstände vollständig ermittelt und ausgewertet werden – und zwar ergebnisoffen für beideEntscheidungsoptionen, Sanierung oder Verkauf. Wichtig ist, dass beide Alternativen in der Prüfung und verbleiben und nicht schon vorzeitig eine verworfen wird. So ist es aber geschehen. Das Votum für die Sanierung schließt die Option aus, den Bestand des Gebäudes durch einen Interessenten/Käufer zu sichern. Diese Variante wurde zu keinem Zeitpunkt ernsthaft geprüft, ist nun aber verworfen.

Es sei keine Zeit mehr, das war die Haltung aller anderen Fraktionen in der Gemeindevertretung. Nunmehr gibt es eine Entscheidung, nur hängt diese völlig in der Luft, wurde sozusagen „ins Blaue hinein“ getroffen. Es bleibt auch nach wie vor unklar, woher der plötzliche Entscheidungsdruck kommt. Aus der Sache heraus jedenfalls nicht.

Die SPD ist nicht bereit, den Menschen in Altheim etwas zu sagen, nur damit es gesagt ist. Das ist nun aber durch die anderen Fraktionen geschehen. Die bittere Wahrheit ist aber eine andere: Es wurde vorzeitig für eine Sanierung votiert – und es passiert jetzt erstmal gar nichts. Der Antrag der CDU, der eine Mehrheit gefunden hat, ist ohne jede Substanz. Damit ist natürlich den Bürgerinnen und Bürgern in Altheim, die sich ernsthaft um die Zukunft des Gebäudes sorgen, überhaupt nicht geholfen.

Es wurde fahrlässig eine Chance vertan. Die Menschen in Altheim sind als Verlierer aus dieser Sitzung hervorgegangen.