Offener Brief an Frau Monika Grimm, CDU

Sehr geehrte Frau Grimm,

Sie haben sich in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung vom 08.06.2026 mit einer Rede aus Ihrer Funktion als Beauftragte für Schwerbehinderte in der Gemeinde Münster verabschiedet. Sie haben, auch von uns, öffentlich Applaus und Anerkennung für Ihr langjähriges Wirken in diesem Ehrenamt erhalten, das ist richtig und wichtig, da ehrenamtliches Engagement stets hervorgehoben zu würdigen ist.

In Ihrer Ansprache haben Sie einige interessante Fakten zum Thema präsentiert und dem Anliegen schwerbehinderter Mitbürgerinnen und Mitbürger nochmals Gehör verschafft. Dafür besten Dank.

Sie haben gegen Ende Ihrer Rede – sehr zu Recht – darauf hingewiesen, dass in aktuellen Zeiten den Bedürfnissen von beeinträchtigten Menschen nicht mit der nötigen Rücksicht begegnet wird. An dieser Stelle hätten sich viele eindrucksvolle und vielleicht auch verstörende Beispiele aus dem Alltag einbringen lassen können. Sie aber haben sich an dieser Stelle entschieden, von den vielen Brücken über den Rhein ausgerechnet die baufälligste zu nehmen, in dem Sie ausgerechnet Thorsten Schrod, Ihren Fraktionsvorsitzenden (wörtlich: „unser Fraktionsvorsitzender“) als Referenz benannt und dabei auf ein Ereignis hingewiesen haben, welches nun auch schon eine gewisse Zeit zurück liegt. Manche mögen sich erinnern: Bei der Verabschiedung des langjährigen und verdienten Mitglieds der Gemeindevertretung Elke Müller (SPD) wurde von nicht Wenigen bemängelt, dass in Ihren Reihen unter anderem der Fraktionsvorsitzende der CDU während des stehenden Applauses anderer Gemeindevertreter sitzen geblieben war.

Genau dies sei aber verwerflicher Frevel aus Ihrer Sicht gewesen, denn Thorsten Schrod sei zu diesem Zeitpunkt aufgrund eines Unfalls vorübergehend gehbehindert gewesen. Und dennoch wurde er kritisiert – und Ihr missbilligender Blick in Richtung der Fraktion der SPD zeigte auch klar, wem Sie diese Schäbigkeit zuvorderst zuschreiben wollen. Nun denn, angemerkt sei, dass der Herr Schrod am gleichen Tage jedoch in der Lage war, mehrfach zum Rednerpult zu gehen und für ein Mitglied der CDU aufzustehen, welches in gleicher Weise geehrt wurde. Darauf hatten wir damals – ja, durchaus verärgert – hingewiesen. Gestehen Sie uns das nicht zu?

Geschenkt, liebe Frau Grimm. Aber Sie waren ja noch nicht fertig,
denn fortan haben alle guten Geister offenbar entschieden, Sie zu verlassen, und Sie haben sich hinreißen lassen, selbst noch ein bisschen Wahlkampf zu veranstalten. Oder nachzutreten. Wie auch immer, jedenfalls sehr schade.

Einmal bei den Subjekten verkommener Moral angekommen, legten Sie nach und sprachen von einer Frau im Schlafzimmer, selbige im Schlafkleid und von einem Kind, angeblich missbraucht im Wahlkampf, und schlossen mit den Worten, „wenn ich das dann auch noch sehe, ja dann ………………“

Ja, was sehen Sie dann eigentlich? Bitte erklären Sie uns, was hatten diese sachfremden Einwürfe mit Ihrer Rolle und Funktion als Schwerbehindertenbeauftragte zu tun, mit dem Anlass Ihrer Rede? Beantworten Sie die Frage selbst: Es hatte nichts damit zu tun.

Ehrlich gesagt, das verstehen wir nicht. So haben wir Sie nicht kennen gelernt. Wie Sie sicher auch schon festgestellt haben, bemühen sich alle Fraktionen in der Gemeindevertretung und in den Ausschüssen in ihren Beiträgen um einen sachlichen Ton, selbst wenn die Meinungen hart auseinander liegen. Es gelingt nicht immer, zugegeben, aber es ist stets das Ziel, respektvoll miteinander umzugehen und die Würde des Hauses zu wahren. Der Einzige, der nahezu jeden seiner Redebeiträge mit Angriffen auf andere, Polemik und nicht wenig Überheblichkeit garniert, ist „Ihr“ Fraktionsvorsitzender. Und damit ist er eigentlich auch der Einzige in Ihrer Fraktion, der so auffällt. Und der dann am meisten darüber jammert, wenn andere mit gleicher Münze zurückzahlen, aber das nur am Rande.

Wir bedauern den letzten Teil Ihrer Rede, der uns doch sehr an Ihren Fraktionsvorsitzenden erinnert hat. Sehr schade.

Herzliche Grüße

 Ihre SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung