Ein neuer Tiefpunkt der politischen Kultur in Münster: Profilierungssucht und bewusste Unwahrheiten

In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung vom 08.06.2026 konnten die anwesenden Bürgerinnen und Bürger live miterleben, wie wenig den Christdemokraten und ihrer Kandidatin für das Bürgermeisteramt, Denise Hast, ihre eigenen Appelle zu mehr Transparenz und fairer Kooperation wert sind: wenig bis gar nichts.

Mitten in der hitzigen Diskussion über die Zulassung von Anträgen meldete sich die Erste Beigeordnete und Bürgermeisterkandidatin Denise Hast zu Wort. Sie äußerte öffentlich ihre „Verwunderung“ über einen Antrag der SPD. Ihr Vorwurf: Der Antrag sei angeblich exakt drei Tage nach einer vertraulichen, nicht-öffentlichen Beratung des Gemeindevorstands eingereicht worden.

Selbstverständlich nahm der CDU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Schrod – der zufälligerweise auch der Lebensgefährte von Frau Hast ist – den Ball auf und konstruierte in gewohnter Pose der moralischen Überlegenheit sofort die haltlose Vermutung, hier seien wohl interne und nicht zur Weitergabe bestimmte Informationen „auf dem heimischen Sofa“ an die SPD-Fraktionsvorsitzende durchgesteckt worden. Das spezielle Auftreten von Herrn Schrod soll hier aber nur am Rande erwähnt sein, man ist es gewohnt und es beginnt allmählich, furchtbar zu langweilen. Alle anderen Fraktionen, auch die meisten anderen Mitglieder der Fraktion der CDU, bemühen sich um einen sachlichen Ton in der Gemeindevertretung sowie in den Ausschüssen und wahren somit die Würde des Gremiums.

Nein, es geht hier um etwas anderes:

 

Die Faktenlage nach unserer Recherche: Im offiziellen Protokoll des Gemeindevorstands vom 12.05.2026 existiert überhaupt keine Beratung zu diesem Thema. Der Vorwurf der CDU und der Ersten Beigeordneten basiert also auf einer nachweisbaren Falschbehauptung.

 Das ist atemberaubend dreist und frech. Was genau sollen die Bürgerinnen und Bürger von einem solchen Verhalten halten? Frau Hast inszeniert sich in der Öffentlichkeit gerne als führungsstarke, pragmatische Persönlichkeit, die Probleme direkt anspricht. Wenn dem so wäre: Warum schafft es die Bürgermeisterkandidatin dann nicht, einen vermeintlichen „Ideenklau“ binnen drei Wochen vorab im Vorstandskollegium zu klären?

Stattdessen wählt sie die große Bühne der Öffentlichkeit. Damit beschädigt sie nicht nur mutwillig das Ansehen des Ehrenamts, sondern verstößt vor allem gegen die strikte Neutralitätspflicht, die für den gesamten Gemeindevorstand gelten sollte. Angesichts der privaten Verflechtung liegt eine ganz andere Vermutung viel näher: Fand hier etwa das von Herrn Schrod in den Raum geworfene „Sofagespräch“ in der Realität ganz woanders statt, nämlich im Hause Schrod/Hast, um eine gezielte Kampagne zur Verunglimpfung der SPD zu starten? Hier darf sich jeder selbst eine Meinung bilden.

Es drängt sich die Frage auf: Ist das die neue Führungskultur, die uns im Rathaus bevorsteht? Kollegen öffentlich bloßzustellen und mit Unwahrheiten zu agieren, nur um sich selbst zu profilieren?

Wir als SPD Münster sind überzeugt: Unsere Gemeinde und unser Rathaus haben etwas Besseres verdient. Wenn die Bürgerinnen und Bürger demnächst ihr Kreuz bei der Bürgermeisterwahl setzen, geht es um eine Richtungsentscheidung: Wollen wir ein Rathaus, das von persönlicher Profilierungssucht, Herablassung und autoritärem Gebaren geprägt ist? Zum Glück gibt es am Wahltag bessere Alternativen, die unsere demokratische, respektvolle Kultur in Münster bewahren und stärken. Bleiben wir alle aufmerksam.